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Samstag, 2. April 2022

Bauland für Millionen Wohnungen

Alle schreien nach Bauland um der Wohnungsnot zu begegnen - doch gleichzeitig wissen wir, dass wir nicht unbegrenzt Flächen ausweisen können. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand.
Wie stellt sich das  Bundesbauministerium die geforderte Bebauung vor? Wie können wir unseren Flächenverbrauch mindern ?

Schwäbische Zeitung  hier  Von Claudia Kling

... Bauland gilt in Deutschland als das Nadelöhr auf dem Weg zu mehr Wohnraum. Eine Studie, die vom Bundesbauministerium in Berlin in Auftrag gegeben wurde, belegt nun: Platz zum Bauen wäre theoretisch da, selbst in größeren Städten. Doch es gibt einige Gründe, warum das Potenzial praktisch nicht genutzt werden kann. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu der Studie.

Liegt es tatsächlich am fehlenden Bauland, dass in Deutschland nicht mehr gebaut wird?

...Mindestens 99 000 Hektar Fläche könnten in Städten und Gemeinden potenziell bebaut werden, hat eine Befragung von Kommunen ergeben. Die Hälfte dieser Fläche sei kurzfristig nutzbar und zwei Drittel seien für Wohnungen vorgesehen. „Es gibt ausreichend Bauland in Deutschland“, sagte dazu Bauministerin Klara Geywitz (SPD) am Dienstag in Berlin. Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hatten für die Studie die Antworten von fast 700 Kommunen ausgewertet.

Welche Ziele verfolgt die Regierung in der Wohnungspolitik?

SPD, Grüne und FDP haben sich auf das Ziel verständigt, dass in Deutschland jährlich 400 000 neue Wohnungen entstehen sollen, 100 000 davon als öffentlich geförderte Sozialwohnungen. Am Bauland dürfte ihr Vorhaben nicht scheitern, wie die Studie nahelegt. Zwischen 900 000 und rund zwei Millionen Wohnungen könnten auf den potenziell bebaubaren Flächen entstehen. „Wenn dichter gebaut würde, wären sogar vier Millionen Wohnungen realistisch“, so Geywitz.

Passen beim Bauland Angebot und Nachfrage zusammen?

Auch in Ballungsgebieten gibt es viele freien Flächen für den Wohnungsbau, hat die Studie ergeben. In kreisfreien Großstädten könnten abhängig von der Bebauungsdichte 370 000 bis 770 000 Wohnungen gebaut werden, so Markus Eltges, Leiter des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. „Das vorhandene Baupotenzial ist auch da, wo es gebraucht wird.“

Und was wird aus dem Vorhaben, den Flächenverbrauch in Deutschland auf 30 Hektar pro Tag bis 2030 zu reduzieren?

Auch dieses Ziel findet sich im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP. Die Lösung, mehr Wohnungen und weniger Flächenverbrauch unter einen Hut zu bekommen, liegt für Geywitz in den Innenstädten. Dort will sie Baulücken schließen, auf Flachbauten wie Discounter aufbauen und nicht mehr genutzte Gewerbeobjekte zu Wohnraum umfunktionieren. Auch Büroflächen, die im Zuge von Homeoffice nicht mehr benötigt würden, könnten zu Wohnungen werden. 

Aus Sicht der Kommunen liegt darin ein großes Potenzial. Wenn es gelänge, die innerstädtischen Potenziale zu nutzen, dann könnte Deutschland den Flächenverbrauch eindämmen, sagte Eckart Würzner, Vizepräsident des Deutschen Städtetags und Heidelberger Oberbürgermeister.
Die Kommunen sollten dem Versuch widerstehen, landwirtschaftliche Flächen im Außenbereich als Bauland zu nutzen.

Sieht die Bauministerin eine Zukunft für das Einfamilienhaus?

Ja. Ministerin Geywitz betonte, sie wisse aus eigener Erfahrung um die Vorteile eines Einfamilienhauses gerade für Familien mit Kindern.

Problematisch sei allerdings, dass viele Menschen in ihren Häusern blieben, wenn die Kinder längst ausgezogen seien. Dies habe einerseits zur Folge, dass pro Person immer mehr Wohnfläche in Deutschland gebraucht werde, andererseits würden die Häuser oft nicht energetisch saniert und modernisiert. „Deshalb wünsche ich mir einen Kreislauf bei der Nutzung von Einfamilienhäusern“, sagte die Ministerin.....

Bodenseekreis: Neue Wege für Bauen und Wohnen

27.02.2022  |  VON FABIANE WIELAND FABIANE.WIELAND@SUEDKURIER.DE  hier

Neue Wege für Bauen und Wohnen

Wie wollen wir in Zukunft wohnen? ....

„Der angespannte Wohnungsmarkt beschäftigt uns Architekten und Stadtplaner auf allen Ebenen“, sagt Markus Müller. Die Architektenkammer sei daher in verschiedene Projekte involviert, um die Komplexität zu beschreiben und Lösungsansätze zu bieten. Im Fokus stünden nicht allein die Städte. „Auch eine Region wie der Bodenseekreis ist wirtschaftlich unglaublich stark, mit einer hohen Wertschöpfung und hohen Durchschnittseinkommen. Andere Regionen würden sich das wünschen, doch es ergeben sich auch Probleme daraus“,....
„Wer an der Wertschöpfung nicht teilhaben kann, hat auf dem Wohnungsmarkt immer größere Probleme“, sagt Müller. Das betreffe nicht mehr nur Randgruppen, sondern sei längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Hinzu komme das Thema Flächenverbrauch. „Wir kommen nicht nur beim Wohnen an die Grenzen von Flächenverfügbarkeiten, das betrifft auch das Gewerbe, die Landwirtschaft oder zeigt sich auch bei der Suche nach möglichen Straßenkorridoren“, sagt Markus Müller. Das Bewusstsein für die Themen Natur und Umwelt sei geschärft, über vieles werde heute anders gedacht als noch vor 50 Jahren.

Donnerstag, 27. Januar 2022

Lösung für die Wohnungsnot: Leben über dem Supermarkt-Parkplatz

Und auch da haben wir ein großes Problem: Flächenfraß im riesigen Ausmaß durch Ausweisung von neuen Wohngebieten. Insbesondere der § 13 b ist ein wahnsinniger Flächenfresser, bei dem auch noch alle Naturschutzbelange ausgehebelt werden. 

Der Regionalplan hat 2021 über 1000 ha neue Wohnflächen in der Fortschreibung ausgewiesen (für 20 Jahre)  - am Rand unserer Siedlungen.  
2017-2019 wurden durch §13b (in 2,5 Jahren) zusätzlich 330 ha Fläche überbaut.
Sprich: diese Flächen sind noch nicht einmal in der Regional-Berechnung enthalten sondern kommen einfach so dazu....

So geht es nicht weiter! Und daher brauchen wir neue Ideen.

Schwäbische Zeitung hier  von Hanna Gersmann

Droht da die triste Stadt, eine neue Ära des Plattenbaus, architektonische Einöde? Denn jetzt soll alles zack, zack gehen, gebaut und gebaut werden, damit Wohnen bezahlbar wird. Die neue Bundesregierung verspricht 400 000 neue Wohnungen im Jahr, davon 100 000 Sozialwohnungen. SPD-Bundesbauministerin Klara Geywitz will dafür „den Bauprozess beschleunigen“ und in Serie bauen. Gut und machbar?

Sonntag, 9. Januar 2022

Was haben wir aus dem Bodensee gemacht? - aktuell wie nie

Aus dem Blog AGORA-LA
von Elke Krieg  (hier)

 

YouTube- Video  hier zum Anschauen

2004:

Rund um den Bodensee gibt es Kunst- und Kulturlandschaften von einer einzigartigen Vielfalt. Doch diese Landschaft hat in den letzten Jahrzehnten ihr Gesicht verändert wie nie zuvor. Aus dem Zaubergarten ist ein Ballungsraum geworden.

Sonntag, 5. September 2021

 

Flächenmanagement!  Im Gemeindeblatt Bodnegg erschienen - die machen uns vor, wie`s geht!
und das Ganze ohne Polemische Zuspitzung - auch das geht, liebe CDU!

Sonntag, 29. August 2021

"Besser keine Einfamilienhäuser" - ein Paukenschlag!

Süddeutsche Zeitung  hier unter der Rubrik "Wirtschaft" von Lars Langenau

Wohnungsverband

Die Wohnungswirtschaft reagiert mit einer ungewöhnlichen Empfehlung auf die jüngsten Klimakatastrophen. "Es ist nicht fünf vor, sondern zwölf", heißt es in einem Appell.

Auf den ersten Blick wirkt die Website mit dem öffentlichen Brief gehackt. So ungewöhnlich ist der Schritt. Wo sich viele in der Wohnungswirtschaft oder vor allem auch in der Union und FDP aus Furcht vor ihrer Wählerschaft noch äußerst schwertun, brechen jetzt Vertreter der Wohnungswirtschaft mit einem Tabu.

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) spricht sich in einem öffentlichen Schreiben an Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) für Verzicht und Mäßigung aus: für einen weitgehenden Verzicht auf Einfamilienhäuser. Zugunsten des Klimaschutzes.

Wörtlich heißt es da: "Angesichts zunehmender Flächenversiegelung und aus Gründen von Nachhaltigkeit ist die Errichtung von mehrgeschossigen Wohngebäuden sicher am sinnvollsten. Das schließt den Bau von Einfamilienhäusern - da, wo es passt - natürlich nicht aus, aber es sollte vorsichtig damit umgegangen werden." Und weiter: "Insbesondere die Planungsbehörden der Städte und Gemeinden sind aufgefordert, bei der Ausweisung von Wohngebieten aus den jüngsten Überschwemmungen zu lernen." Ein VNW-Sprecher bestätigt die Echtheit des Schreibens. Reden helfe nicht mehr. Man müsse dringend etwas tun! Attraktives Wohnen und geringer Flächenverbrauch könne durchaus kombiniert werden.

Es ist nur ein Verband in Norddeutschland, ja, sicher. Aber der VNW vertritt nach VNW-Angaben fast 400 Wohnungsgenossenschaften und kommunale Wohnungsgesellschaften in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. In den von ihnen verwalteten 686 000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen.

"Wir denken, dass in der Wohnungspolitik mehr geht."

VNW-Direktor Andreas Breitner und der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Marcel Sonntag sprechen sich in dem aufsehenerregenden Schreiben dafür aus, mehr Grünflächen zu schaffen, vorhandene Plätze stärker zu begrünen, die Zahl der Parkplätze zu reduzieren, Häuser höher zu bauen, Baulücken zu schließen und Gebäude zu sanieren. "Wir denken, dass in der Wohnungspolitik mehr geht und Luft nach oben ist", heißt es weiter. Dazu sollte man vielleicht wissen, dass Breitner SPD-Politiker und von 2012 bis 2014 Innenminister des Landes Schleswig-Holstein war, bevor er 2015 VNW-Verbandsdirektor wurde.

Aber politische Kontakte scheinen ja nicht das Schlechteste zu sein. Zumal angesichts des dringenden Handlungsbedarfs aufgrund der jüngsten Klimakatastrophen auch in Deutschland. Und so fordert Breitner zusammen mit seinem Kollegen Sonntag weiter: weniger Flächenfraß, mehr Nachhaltigkeit und eine ökologische Wende in den Städten und Zentren. "Es ist nicht fünf vor, sondern zwölf, aber wir können immer noch handeln." Eine Lehre aus den jüngsten Überschwemmungen in NRW und Rheinland-Pfalz sei, dass Wohngebiete grundsätzlich nicht in potenziellen Überschwemmungsgebieten von Flüssen errichtet werden sollten. Es gehe darum, das Ruder herumzureißen, so die Direktoren in ihrem dringlichen Appell.

Laut VNW ist es Zufall, dass der Weltklimarat am Montag nach rund sieben Jahren wieder einen Sachstandsbericht vorlegt. In dem soll exakt dargelegt werden, "in welchem Ausmaß der Klimawandel für Extremwetterereignisse, Desaster und ähnliches in der Welt verantwortlich ist". Dass die Menschen mit ihrer Energiegewinnung, Intensivlandwirtschaft, Abholzung, Tierhaltung und Umweltverschmutzung maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich sind, ist unter diesen Wissenschaftlern unbestritten. Aber wie groß dieser Einfluss ist, könnte der Weltklimarat in dem Bericht noch einmal vor Augen führen.

Seit dem letzten Bericht hat es die sechs wärmsten Jahre seit Messbeginn gegeben. Global liegt die Mitteltemperatur bereits etwa 1,2 Grad über dem vorindustriellen Niveau, in Deutschland schon 1,6 Grad höher. "In Deutschland entscheiden wir am 26. September bei der Bundestagswahl darüber, welchen Weg wir gehen", sagt der Sprecher.



Montag, 26. Juli 2021

Wir wollen ein Salemer Konzept

Liebe Gemeinderäte, liebe Ortsvorsteher

 

Wir finden den Antrag der sun2energy GmbH sehr interessant und können nachvollziehen, dass großes Interesse an der Ansiedlung dieses Betriebes in Salem herrscht.

 

Aufgrund der allgemeinen Flächenknappheit ist es uns jedoch ein großes Anliegen, die Vergabe von Gewerbe-Bauplätzen in Salem auf eine andere Grundlage zu stellen als bisher.

Wir möchten bei der Flächenvergabe zukünftig Synergieeffekte mitnehmen und Flächensparpotentiale besser berücksichtigen.

 

Zur Erinnerung: am letzten Freitag fand der "GewerbeflächenDialog Bodenseekreis" von der  Wirtschaftsförderung Bodenseekreis statt, für die euch Ulrike Lenski die Einladung geschickt hatte. Schirmherr der Veranstaltung war unser Landrat Wölfle.
Dort wurden sehr gute Beispiele aufgezeigt und Ideen präsentiert, die auch in Salem machbar wären. Herr Wölfle kündigte an, dass diese Veranstaltung der Auftakt für eine weitere Veranstaltungsreihe darstelle, da sich gezeigt habe, daß an diesen Themen großer Bedarf herrsche.

 

Wir würden daher gerne alle Gemeinderäte dazu einladen, gemeinsam eine Salemer Strategie zu entwickeln, mit der uns eine bessere Vergabe im Sinne von Nachhaltigkeit und Flächeneinsparung gelingen könnte.

In diesem Sinne halten wir es für notwendig, die Gewerbeflächen nicht scheibchenweise nacheinander zu veräußern wie bisher, sondern Anfragen zu sammeln um diese dann zusammenschauend zu sichten und zu bewerten.

 

Unser konkretes Anliegen wäre daher heute, eine weitere Flächenvergabe in den Herbst hinein zu verschieben, um vorher die Gelegenheit zu einer gemeinsamen Zielfindung zu nutzen.

 

 

Vorschlag: ein gemeinsames Treffen ab Mitte August, Terminfestlegung erfolgt im Doodle-Planer den ich noch verschicken werde.

 

 

 

25.7.21  

Im Namen der GOL

Petra Karg

Freitag, 26. März 2021

Beim Thema "Bauplatzvergabe im Gewerbegebiet" spielt endlich das zentrales Anliegen "Flächensparen" eine tragende Rolle im Gemeinderat. Noch nie wurde so um Fläche gerungen! 
Es ist natürlich immer schwierig die Zügel anzuziehen, insbesondere wenn es sich um Restbauplätze in einem bestehenden Gebiet handelt.

Die Post hat ein Parkierungsproblem, denn die Zufahrt-Straße wird von den Mitarbeitern zugeparkt. M&W Holz möchte erweitern und H&C würde ihr angrenzendes Grundstück zur Verfügung stellen, wenn sie von der Gemeinde im Gegenzug ein anderes bekommen kann.
SBS Fleet wurde im Oktober bereits durch Mehrheitsbeschluß ein Grundstück zugesichert, um das sich die Verwaltung kümmern wollte. Nachdem das Grundstück von Scheidegg zurück gegeben wurde, ging dieses nun an SBS Fleet.

Es schien also ganz rund zu laufen mit den Vergaben (gelb). Das Problem lag im Detail:
M&W hatte nicht dargelegt wieso sie nun 1300 m² mehr benötigen, werden neue Mitarbeiter angestellt?
Wieso sollte H&C nun einfach 1000 m² mehr bekommen als sie vorher hatten? Der Plan sah viel ungenutzte Fläche vor und konnte nicht überzeugen. Gibt es andere Lösungen für die Post-Parkplätze?

Stephanie Straßer hatte die Idee erläutert wenigstens die Zufahrt der Parkplätze von Post und H&C zusammenzulegen um Fläche zu sparen, und H&C nur einen Teil des Grundstücks zu überlassen. Andere Gemeinderäte verwiesen auf leere Parkflächen bei anderen Grundstücken oder darauf, dass die Post ihre Parkierung verändern müsse.

Durch die Flächenbeschränkung wird also in Zukunft mehr besprochen und verhandelt werden müssen als bisher. Es ist nicht mehr so einfach wie früher, keine Frage. Alternativen müssen gefunden werden. Das führt thematisch wieder zurück auf unseren (leider abgelehnten) Vorschlag des Flächenmanagers.

Die Entscheidung wurde nun zurück gestellt und die Verwaltung mit neuerlichen Verhandlungen beauftragt.


Mittwoch, 20. Januar 2021

Zweite Offenlage des Regionalplans wirft Oberschwaben beim Klimaschutz zurück und hat starke Auswirkungen auf Salem

Pressemitteilung des Aktionsbündnis Grünzug Salem
  
Maximal 1,5 Grad Erderwärmung bis zur Jahrtausendwende, dieses Limit wurde 2015 von fast allen Regierungen der Welt beim Klimagipfel in Paris beschlossen. Erreichbar ist das nur, wenn alle mitmachen und den CO2-Ausstoß auf jährlich zwei Tonnen pro Person begrenzen. Davon sind wir noch weit entfernt. Jeder Einwohner Deutschlands) ist aktuell mit durchschnittlich neun bis zehn Tonnen dabei. Bleibt das so, dann wird die 1,5-Grad-Grenze bereits in weniger als zehn Jahren gerissen. Wichtige Stellschrauben sind unser Umgang mit Energie, Flächen und Rohstoffen. Wohnen und Arbeiten, Mobilität und Konsum spielen hier eine große Rolle.

Der neue Regionalplan für die Landkreise Ravensburg, Sigmaringen und den Bodenseekreis muss helfen, hier so zu drehen, dass Nachhaltigkeit und Klimaschutz keine Lippenbekenntnisse bleiben. Konkret bedeutet das, dass wir unseren Flächenverbrauch bis zum Jahr 2035 auf maximal 1.500 Hektar für Wohnen, Arbeiten, Verkehr und Kiesabbau begrenzen. Der aktuelle Entwurf des Regionalplans sieht hierfür aber über 2.700 Hektar vor – deutlich zu viel! 

Allein im unversiegelten Boden werden auf 2.700 Hektar bei vorsichtiger Schätzung jährlich 500.000 Tonnen CO2 gebunden berechneten die hiesigen „Scientists For Future“. Gleichzeitig gehen aufgrund der Planungen Wälder, Wiesen und Felder, die als CO2 Senken gelten, verloren. "Wir werden unsere Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsziele krachend verfehlen, wenn diese Pläne verwirklicht werden" so Ulfried Miller, Regionalgeschäftsführer des BUND in Ravensburg.

Geht es nach den Planern beim Regionalverband, steht in Salem nicht nur der geschützte Grünzug zur Disposition. Dieser bietet sowohl beste landwirtschaftliche Böden und ist auch für die Durchlüftung des Salemer Tals von großer Bedeutung – also konkreter Klimaschutz. In der zweiten Offenlage wurden für Salem jetzt zusätzlich zu den gut 27 Hektar Gewerbegebiet noch weitere gut 12 Hektar für den Wohnungsbau vorgesehen. So gut das für die Entspannung des überhitzten Wohnungsmarktes in Salem ist, muss hier jetzt bedarfsgerecht gebaut werden. Eine zweite „Neue Mitte“, die fast ausschließlich eine finanziell potente Klientel von auswärts bedient, darf es nicht geben. Stattdessen muss es eine gute durchdachte Quartiersentwicklung mit Mehrfamilien­häusern, großzügigen Gemeinschaftsanlagen, begrünten oder mit Photovoltaikanlagen versehenen Dächern geben. Verdichtetes Leben und Arbeiten ist das Gebot der Stunde.

Ebenso gravierend für Salem und die Nachbargemeinden ist, dass die Entwicklungsachse Überlingen – Ravensburg nun direkt durch Salem führt – ohne Anbindung an eine der Bundesstraßen. Das bedeutet im Zusammenhang mit mehr Gewerbe und mehr Wohnen   zusätzlich eine deutliche Erhöhung des Verkehrs von Privat-KFZ wie auch Schwerlast durch unsere bereits jetzt schon sehr belasteten Ortsdurchfahrungen.



Sonntag, 29. November 2020

Flächenmanagement - nur ein überflüssiger neuer Antrag der GOL? am 24.11.2020

Gerne hätten wir mit diesem Antrag einen lang gehegten Wunsch umgesetzt, um eine bürgerfreundliche Institution zu installieren, die - in guter Besetzung -sowohl uns im Gemeinderat als auch der Verwaltung eine Zukunftsaufgabe von beträchtlicher Tragweite erleichtern könnte.

Zugegeben: es ist ein heikles Thema - wie geht man damit um? Wir wissen spätestens seit den Diskussionen um die Fortschreibung des Regionalplans, dass eine "Lawine" auf uns zurollt. 

Bereits beim Neujahrsempfang 2016 gab Regionalverbandsmitglied M. Härle laut SK bekannt:
Bis 2030 sei in Salem mit einem Bevölkerungszuwachs von rund 1400 Einwohnern zu rechnen, ohne Flüchtlinge. Man bedenke: der 4.größte Teilort Stefansfeld hatte Ende 2019 genau 1229 Einwohner.

 

Heute, 2020  hat sich die bedrückende Bevölkerungsprognose des RV auf einen (immer noch gigantischen)  Zuwachs von 808 Einwohnern in Salem bis 2035 eingependelt. Diese Zahl gibt vor wieviel in Salem gebaut werden soll. Das bedeutet in Zahlen 11,5 ha zusätzliche Wohnbaufläche sind vollständig zu überbauen (noch zusätzlich zu den bereits bekannten ca. 30 ha Industrie- und Gewerbegebietflächen) - vorrausgesetzt der Wert für Unterzentren von 70 Einwohnern/ha wird eingehalten. 70 Einwohner/ ha bedeutet aber: weg von den Einfamilienhäusern hin zu massivem Blockwohnungsbau, sonst wird`s noch viel mehr!

 

Wenn man sich dann zu Gemüte führt, wie diese Zahlen prognostiziert werden, dann wird`s langsam erhellend. Das Statistische Landesamt rechnet mit einem Wanderungsgewinn von 215 Personen bis 2035, das sind also die Personen, die  durch Zuzug zusätzlich dazu kommen. 
Der RV setzt sicherheitshalber gleich mal  10% Bonus obendrauf, damit kommt er auf 236 Personen.  

 

Und der Rest?

Sage und schreibe 571 Einwohner sind nur fiktiv gerechnet!

571 fiktive Einwohner entstehen alleine dadurch, dass Salemer Bürger mehr Platz für ihr Wohnen beanspruchen, also ihren Wohnraum ausdehnen. Dafür müssen wir 8,2 ha neu überbauen!

Wie passt das denn zusammen? In immer mehr Häusern, in denen früher Familien Platz fanden, wohnen heute gerade mal eine oder 2 Personen. Personen, die älter werden und vielleicht auch irgendwann überfordert sind mit ihrem Garten und großen Haus.


Ein Flächenmanager - das wäre für uns eine bürgerfreundliche Anlaufstelle gewesen für Menschen, die freiwillig! zurückstecken wollen, die beschlossen haben, dass ihnen ein ganzes Haus einfach zuviel geworden ist.

Und auch eine Anlaufstelle für junge Familien, die schon Kinder haben oder welche wollen und dafür Platz brauchen - der vielleicht gerade an anderer Stelle frei geworden ist.

Es hätte auch eine bürgerfreundliche Anlaufstelle für Gewerbetreibende werden können - für solche, die in Zukunft weniger Platz brauchen und für solche, die erst mal irgendwo unterkommen wollen.


Und natürlich geht es grundsätzlich um die Lebensqualität unser Heimatgemeinde. Wir wollen Flächen sparen, die neue Flächenversieglung auf das absolut notwendige Maß eindämmen. 

Und gleichzeitig nicht alles wahllos opfern, was uns lieb und teuer ist.  

Einen Sportplatz Neufrach mit seinen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten - welche Kinder würden einfach ins Stadion gehen um da miteinander zu spielen? - der darf nicht einfach geopfert werden!

Wir wünschen uns einen Flächenmanager, der auch unsere Lebensqualität im Blick behält, der bürgerorientiert und kreativ eines der wichtigsten Problemfelder unserer Zeit angeht: den Flächenfraß!

 

Die Diskussion im Gemeinderat verlief ziemlich ernüchternd, da sowohl Bürgermeister als auch Altgemeinderäte sich offensichtlich persönlich angegriffen fühlten.
Bereits vor 7 Jahren waren die großen unbebauten Innenflächen in den Orten kartiert worden. Viele heutige Gemeinderäte wußten davon gar nichts. Doch auch wenn wir das gewußt hätten - hätte es denn etwas geändert an unserer Intention, die wesentlich weiter ging?
Wir kamen jedoch zum Schluß, dass der Antrag aufgrund der massiven Ablehnung durch Hr. Härle (Aussage: "der Flächenmanager ist bereits in unserer Verwaltung installiert, in Zukunft werden die Ortsvorsteher eingebunden") wenig Sinn macht zum jetzigen Zeitpunkt.
Der Antrag wurde daher zurückgezogen um ihn später noch einmal zu stellen.
BM Härle hat jedoch zugesagt dass die Verwaltung das Förderprogramm "Flächen gewinnen durch Innenentwicklung" prüfen wird.

Gewerbegebiet - Kaufanfrage am 24.11.20 und Antrag "Betriebsleiterwohnungen im Gewerbegebiet"

Noch eine Anfrage für den Kauf einer Fläche im Gewerbegebiet.
Nicht besonders gut kam die Anfrage deshalb an, da eine völlig überdimensionierte Betriebsleiter-Wohnung von bis zu  180 m² eingeplant war. 

Das Thema "Betriebsleiterwohnung im Gewerbegebiet" wird demnächst im Gemeinderat behandelt werden, es gibt einen überfraktionellen Antrag dazu (von A. Eglauer verfaßt). In den letzten Jahren waren immer wieder außergewöhnlich große Wohnungen im Gewerbegebiet genehmigt worden, sogar als einzelstehende Einfamilienhäuser. 

Erst jetzt setzt sich mehr und mehr das Bewußtsein durch, dass die begrenzten Flächen sorgsam genutzt werden müssen. Wenn im Vordergrund einer Kaufanfrage der Wunsch nach einem billigen Bauplatz für Wohnen steht - womöglich noch schön am Bach plaziert -  dann sieht sich jeder verantwortungsbewußte Gemeinderat gezwungen, diese zu verweigern.

In diesem Fall kam noch die Aussage hinzu, dass Flächen vermietet werden sollten -  auch hier heißt es vorsichtig zu sein, da dies eine sehr beliebte Spielart ist, um sich mit mehr Flächen einzudecken, als man wirklich braucht.




Salem – Am 5. Dezember ist Weltbodentag: Der Tag für unsere am meisten unterschätzte Ressource!

Erst langsam begreifen Entscheiderinnen und Entscheider in Politik und Wirtschaft, dass es Ernst ist in Sachen Klimaschutz. Die voranschreitende Versiegelung unserer Böden für neue Siedlungen, Verkehrs- oder Gewerbefläche findet in der Öffentlichkeit wenig Beachtung. Dabei ist es höchste Zeit, sie zu begrenzen. Denn Boden ist endlich.

Das Aktionsbündnis Grünzug Salem und der BUND Salem nehmen den Weltbodentag zum Anlass, mit einer Fotoaktion auf den drohenden Verlust von 27,4 Hektar bester landwirtschaftlicher Böden vor Ort hinzuweisen. Sie möchten damit den Forderungen der Naturschutzverbände und den knapp 1.500 Unterschriften engagierter Bürgerinnen und Bürger aus Salem gegen die Fortschreibung des Regionalplanes Nachdruck verleihen.

„Der geschützte Grünzug Salem soll im Regionalplan Bodensee-Oberschwaben einem Schwerpunkt­gebiet für Industrie und Gewerbe weichen. Dass dies heutzutage möglich ist, ist für mich immer noch unfassbar,“ so die Aktivistin Silke Ortmann vom BUND Salem. Die Ausweisung der Fläche als nicht bebaubarer regionaler Grünzug erfolgte 1996 maßgeblich aus Gründen des Klimaschutzes und für den Erhalt der ertragreichen, landwirtschaftlichen Böden.

Stellvertretend für alle Böden, die in der Planung zur Versiegelung vorgesehen sind, hat das Aktions­bündnis Grünzug Salem das Gebiet zwischen den Salemer Ortsteilen Neufrach und Buggensegel ausgewählt. „Hier und anderswo hat sich Widerstand formiert, der den Regionalverband mit Ein­sprüchen nach der Offenlage nachdrücklich auf diese und andere Fehlplanungen hingewiesen hat“, meint Suzan Hahnemann „Wir bekommen aus unserem Rathaus und dem Regionalverband immer die Erklärung, dass man hier nichts ändern könne und man die gesetzten Vorgaben umsetzen müsse.“ Fritz Vogel bekräftigt: „Auf Bundes- und Länderniveau zeigt sich ein Umdenken, das auch in den Regionen und Gemeinden ankommen muss! Der kommunalen Planungshoheit müssen von der Landesregierung Grenzen gesetzt werden.“

Mit der leichtfertigen Zerstörung wertvoller Böden werden Fakten geschaffen, die unumkehrbar sind. Seit 1992 gingen in Deutschland allein 1,35 Mio ha landwirtschaftlicher Flächen verloren – das entspricht mehr als fünfmal der Fläche des Saarlandes oder 20 mal der Fläche des Bodenseekreises.

Bereits 2002 hatte sich die Bundesregierung eine Netto-Null-Neuversiegelung von Böden als Ziel gesetzt – dennoch verbrauchen wir auch heute noch das Doppelte dessen, was einmal für 2020 angestrebt war. 

Das sind schlechte Nachrichten für die regionale Ernährungssicherung, für biologische Lebensräume, für die Grundwasser-Neubildung und die immer noch unterschätzte klimatische Ausgleichsfunktion unserer Böden. Mit der Fotoaktion zum Weltbodentag protestieren das Aktionsbündnis Grünzug und der BUND Salem gegen die Planung des Regionalplans, nach dem in Salem 27,4 ha des geschützten Grünzugs zum Schwerpunktgebiet für Industrie und Gewerbe umgewandelt werden soll.

 Das Aktionsbündnis Grünzug Salem und die BUND-Ortsgruppe Salem
https://www.bundesbuendnis-bodenschutz.de/

Mittwoch, 11. November 2020

Gewerbegebiet „Neufrach-Ost IV" - Beratung über Bauplatzvergaben am 10.11.20 - alle ganz ernst gemeint?

3 neue Bauplatzanfragen für das letzte Teilgebiet "Neufrach-Ost IV".
2 davon mit dem Antrag des Bürgermeisters zur Ablehnung. Wie seriös waren die Anfragen, die da auf den Tisch kamen?

- Omnibus Wegis aus Bermatingen - Ahausen hat plötzlich die Anzahl der geplanten Mitarbeiter vor Ort auf das 10 - fache erhöht - nach einem freundschaftlichen Ratschlag von Gemeinderat Hoher / FDP, wie dieser offen erzählte?

- fitness4you hatte schon in der Presse angekündigt, dass sie nach Uhldingen in ein Bestandsgebäude ziehen.

SBS-fleet-Competence aus Salem schreibt: "Gegebenenfalls werden Teile der Halle anfangs vermietet"
was natürlich auch nicht Sinn und Zweck unserer Flächen-Vergabe sein dürfte.

Wir fordern das Flächenmanagement, das demnächst auf der Tagesordnung stehen sollte, in der Hoffnung dass dadurch andere Lösungen möglich werden. Es ist dringend notwendig unsere Rest-Flächen verantwortungsbewußt zu behandeln.









Donnerstag, 1. Oktober 2020

Flächenvergaben Gewerbegebiet 21.5.19 (unmittelbar vor der Gemeinderatswahl) - Fa. Scheidegg

Kurz vor der Gemeinderatswahl 2019 kamen 2 großflächige Vergabeanträge für Gewerbeflächen auf den Tisch. Trotz unseren Protesten, weil alle Ansätze zum Flächensparen ignoriert wurden, wurden diese großen Flächen für einstöckige Bebauung vergeben.




Die GOL brachte in gleicher Sitzung den Antrag zum Flächensparen ein (siehe Extra-Post).
Bei dieser Vergabe gab es einige Ansätze, die uns in dieser Hinsicht sauer aufstießen, es gab kein Entgegenkommen seitens der Firma.
Wir mußten uns für unsere Enthaltung, zu der wir uns immerhin durchgerungen hatten, ziemlich  grenzwertige polemische Äußerungen eines Herrn Jehle gefallen lassen.


Donnerstag, 3. September 2020

Flächenvergaben Gewerbegebiet 8.4.19 (kurz vor der Gemeinderatswahl) - Fa. Schienle aus Salem die wieder zurück zog

 Kurz vor der Gemeinderatswahl 2019 kamen 2 großflächige Vergabeanträge für Gewerbeflächen auf den Tisch. Trotz unseren Protesten, weil alle Ansätze zum Flächensparen ignoriert wurden, wurden diese großen Flächen für einstöckige Bebauung vergeben.

Die Enthaltung ist nicht eindeutig zuordnenbar, daher Enthaltung und Ablehnung in gleicher Farbe.


Erst auf konkrete Nachfrage am 22.10.19 wurde bekannt, dass Schienle seine Kaufabsicht zurück gezogen hatte.