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Montag, 16. August 2021

Der Löwen beliefert die Kindergärten weiter

Schulessen - das ist wirklich ein schwieriges Thema.
 

Bei der Ausschreibung 2018 hatten wir 10.000 € für eine Beraterin ausgegeben, die uns erklärte, dass man "regional"  nicht ausschreiben dürfe, dass wir unbedingt einen professionelen Betreiber wie Apetito bräuchten (wieso eigentlich?) und dass man das Bestellsystem beim Caterer lassen müsse (wieso?). Außerdem erklärte sie uns, dass (Essens-) Qualität nicht entscheidend sei, sondern die Speiseplanung und die Qualität des Personals (???). Eine 450,- Kraft von Apetito sei nicht mit einer 450,- Kraft der Gemeinde zu vergleichen, da Apetito hochwertiges Personal beschäftige, das ständig geschult werde... Henriette Fiedler hatte dem entschieden wiedersprochen - es gab in Salem nie eine derartige Schulung.

Wir waren damals ziemlich entsetzt, dass wir für eine derartige Beratung auch noch Geld ausgegeben hatten, konnten aber nichts daran ändern, dass Apetito den Zuschlag erhielt.


2021 stellte die Verwaltung fest, dass es keine schriftlichen Verträge für das Kindergarten-Essen gäbe und daher Handlungsbedarf bestehe. Natürlich löste dieser Schritt bei uns keine Jubelschreie aus, mit dem Kindergarten-Essen des Leustetter Löwen waren bisher alle sehr glücklich gewesen und niemand wollte etwas daran ändern! 
Nun  hatten tatsächlich viele Eltern Angst davor, dass auch hier Apetito zum Zug käme.
 

Es gab eine öffentliche Ausschreibung, die Angebotsfrist endete am 02.06.2021 um 12 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt war kein Angebot eingegangen. Auch Fam. Sauter vom Löwen hatte kein Angebot abgegeben, sie hatte diesen Schritt schriftlich begründet.

Daraufhin ging die Verwaltung  noch einmal mit der Familie Sauter ins persönliche Gespräch um die Hinderungsgründe auszuräumen. Gottseidank ist das gelungen!

 

In der Vorlage wurde ausgeführt: 

Die Verhandlungsvergabe konnte entsprechend den vorgegebenen Kriterien mit einem Bio- und Regionalanteil von jeweils 20% die gewünschten Kriterien des Gemeinderates erfüllen.
Ein Liefervertrag für 4 Jahre mit zwei weiteren Jahren als Verlängerungsoption konnte ebenfalls vereinbart werden.
Allerdings ist die Belieferung aller in der Ausschreibung angegeben Abnahmestellen ab 01.09.2021 nicht mehr möglich.
Für den Kindergarten Stefansfeld konnte lediglich ein Lieferzeitraum von einem Jahr vereinbart werden. Hier wird aufgrund des Neubaus mit einer steigenden Essenzahl gerechnet, die durch den Anbieter nicht mehr abgedeckt werden kann.
Zudem kann das SBBZ aus Kapazitätsgründen ab 01.09.2021 nicht mehr beliefert werden. Hier muss umgehend eine anderweitige Belieferung organisiert werden.
Der Preis für das Essen für Kindergartenkinder steigt von bisher 3,10 € auf 3,30 €
Der Preis für das Essen für Schulkinder steigt von bisher 3,80 auf 4,00 €.

 

Ich glaube an dieser Stelle waren alle Gemeinderäte erst mal erleichtert , so dass der Antrag des Bürgermeisters einstimmig angenommen wurde.

 

 

Damit blieben jedoch 2 Baustellen offen. Für die Baustelle SBBZ konnte kurz danach eine aus unserer Sicht sehr befriedigende  Lösung gefunden werden, die hoffentlich nicht nur eine Übergangslösung bleiben wird.



Der Südkurier berichtet  hier

Schlossschule kocht jetzt auch für Förderschule

Die Suche nach einem Anbieter für das Schulessen am SBBZ, dem sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum, gestaltet sich schwierig. Als die Gemeinde im Mai für die Grundschulen in Neufrach und Beuren, für das SBBZ-Lernen sowie ihre Kitas die Suche nach einem Essensanbieter ausschrieb, meldete sich drei Wochen lang kein einziger Anbieter.

Daraufhin trat die Gemeinde in Verhandlungen mit Familie Sauter vom Gasthaus „Löwen“, die die Schüler bisher schon bekochte. Man einigte sich auf eine Preiserhöhung für Kindergartenkinder von 3,10 auf 3,30 Euro und für Schulkinder von 3,80 auf 4 Euro. Allerdings hieß es, dass aus Kapazitätsgründen das SBBZ nicht mehr versorgt werden könne. Daraufhin sprach die Gemeinde gezielt sechs Anbieter an und erhielt erneut vier Absagen. Eine Zusage lag vom Preis mit über 5 Euro über den Vorstellungen der Gemeinde. Und so war die Verwaltung froh, übergangsweise von der Schule Schloss Salem ein Angebot erhalten zu haben.

 

Bleibt noch die Baustelle Kindergarten Stefansfeld, sobald dieser dann bezugsfertig ist. Und irgendwann wird auch das Schulessen uns wieder beschäftigen.....
Wir ahnen, dass das vermutlich nicht so einfach werden wird...


Dienstag, 1. September 2020

Schulessen - Antrag der GOL vom 19.10.17

Sehr unbefriedigend verliefen die Diskussionen bezüglich unseres Antrags zum Schulessen. 

Ich habe 2017 notiert:

Uns wurde sehr schnell klar, dass das Grundproblem in Salem  ausschließlich  in der Art der Vergabe  wurzelt.

Die Verwaltung will möglichst wenig Arbeit in das Schulessen investieren und legt sich  daher von vorneherein  auf einen Dienstleistungskonzessionsvertrag  fest. Das bedeutet, dass der Dienstleister alles in die Hand nimmt - vor allem das Abrechnungssystem wird von ihm gestemmt.

Da aber nur sehr große Firmen diese Möglichkeit haben, fallen alle anderen durch den Rost.

Kleine Örtliche Unternehmen (wie Bsp. in Deggenhausertal)  haben damit nicht die geringste Chance einzusteigen.

Doch genau das war unser Anliegen!

Wir wollten kein Schulessen von Apetito,  das 700 km weit tiefgefroren durch die Lande gefahren wird. Wir wollten für unsere Schüler ein  gesundes und gut schmeckendes Essen, das vor Ort zubereitet wird.

Da die Verwaltung stur an diesem Dienstleistungskonzessionsvertrag  festhielt waren Verbesserung  nur im minimalen Umfang möglich.

 

Die "erfahrene Fachberatung" (Kostenansatz: 15.000 €), die von der Gemeinde engagiert wurde, erwies sich als komplette Fehlinvestition. 

Eine Ausschreibung im Sinne von mehr Regionalität hielt sie für "nicht umsetzbar", wobei bei manchem Gemeinderat der Verdacht aufkam, dass es vielleicht eher am Willen und dem Rückhalt der Verwaltung mangelte.

Besucher der Gemeinderatssitzung fragten jedenfalls anschließend nach "ob sie denn von Apetito gesponsort gewesen sei".....
Sie erklärte uns zudem, dass es in ihren Ausschreibungsmodalitäten  sowieso egal sei  wie das Essen schmecke  - der Bieter falle auch dann nicht raus,  wenn sein Probe-Essen nach Geschmack mit 0 Punkten bewertet würde.

 

Ist es das was wir uns von der Gemeinde für unsere Kinder wünschen?

 




Die Forderung wurde gestellt: in einem Jahr nochmals darüber reden