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Montag, 29. November 2021

Bebauungsplan Eiskeller in Weildorf

Wir erhielten vom Freundeskreis Hist. Kegelbahn Weildorf ein aufmunterndes Schreiben in Bezug auf den geplanten Bebauungsplan.

Guten Tag!

Sie treffen heute zusammen mit Ihren Kolleginnen und Kollegen in Sachen Bebauungsplan „Eiskeller“ eine mutige, aber auch notwendige Entscheidung, die viel Sensibilität erfordert. Den vorgelegten Begründungen ist nichts hinzuzufügen. Ich erlaube mir als Vorsitzender unseres Freundeskreises Historische Kegelbahn Weildorf insbesondere meine Befriedigung darüber zu äußern, dass mit Ihrem Vorhaben unsere Weildorfer Dorfmitte mit Kegelbahn, Dorf- und Festplatz - auch und insbesondere in ihrer Nutzung - nachhaltig gesichert wird. Ich wünsche Ihnen und den Planern eine glückliche Hand dazu. Gestatten Sie mir abschließend in Erinnerung zu rufen, dass Salems erste Grangie sich dort befand, wo entlang der heutigen Straße „Hangenbach“ nach dem 30-jährigen Krieg vom Kloster Salem Lehenhöfe gegründet wurden, die in ihrer Anlage trotz mehrerer Brände auch heute noch Zeugen unserer kulturellen Wurzeln darstellen.

Freundlich grüßt aus Weildorf

 

Gerhard Wachter

Für den Freundeskreis Hist. Kegelbahn Weildorf

 

 

 

In der Diskussion zeichnete sich dann dennoch eine Spaltung ab, die meines Erachtens durchaus nachvollziehbar ist.
Petra Herter bekräftigte noch einmal, was sie schon in der Sitzung davor zu Protokoll gegeben hatte: sie wird so lange keinem Aufstellungsverfahren für einen neuen Bebauungsplan zustimmen, bis der (bereits ins 7. Jahr gehende) Bebauungsplan Neufrach Ort endlich abgeschlossen ist. Das ist vollkommen verständlich aus meiner Sicht, und durchaus nachvollziehbar.

Henriette Fiedler bekräftigte jedoch ihren Entschluss zum Bebauungsplan Eiskeller. Angesichts der zunehmenden "Begehrlichkeiten" in diesem Bereich ist es wichtig,  dass wir mitreden können. 

Die GOL sieht das genauso: die Ortsmitte von Weildorf ist äußerst sensibel mit ihren alten Bauernhäusern und vor allem mit dem großflächigen Überschwemmungsbereich. Auch ist es unser erklärtes Ziel, der Dorfgemeinschaft ihren Platz rund um die Kegelbahn zu erhalten.



 


Im Rahmen des Aufstellungsverfahrens wurde zudem eine Veränderungssperre verhängt, die max. 2 Jahre dauern kann. Hr. Härle versicherte, dass der Bebauungsplan schneller fertig sein wird.

Mittwoch, 20. Oktober 2021

Update: Eiskeller in Weildorf

Update am 20.10.21:

So schnell kann`s gehen. der Top auf der Tagesordnung vom 19.10.21 wurde auf Wunsch von FridaFrisch zurück gezogen.
 

Begründung: der lange vereinbarte Verkaufspreis für den Eiskeller wurde vom Verkäufer/dessen Makler massiv erhöht, nachdem im Gemeinderat deutlich wurde, dass die Bereitschaft zur Schaffung einer Zufahrt vorhanden war.

Für das denkmalgeschützte Projekt ist das sicher nicht von Vorteil, wer weiß wann der nächste seriöse Käufer antritt, der sich mit den Auflagen des Denkmalamtes gut arrangieren kann. Außerdem ist der Besitzer doch auch verpflichtet das Gebäude zu erhalten - ob er wohl daran gedacht hat?  Das Gebäude steht nun seit vielen Jahren leer und wird nicht besser. Manches wirkt schon ziemlich herunter gekommen.

Wird der Gemeinderat den nächsten Kaufwilligen ebenso mit offenen Armen empfangen? Wird dieser genauso gut in den Weildorfer Ortskern passen? Wird er sich mit den Vereinen arrangieren können?

Es ist wirklich schade, dass das junge Unternehmen nun so ausgebremst wurde.

 

Update am 6.10.21:

Gestern wurde dieser Antrag im Gemeinderat behandelt.

Der Gemeinderat war sich einig, dass FridaFrisch genau den Vorstellungen einer idealen Nutzungsanforderung für den unter Denkmalschutz stehenden Eiskeller entsprechen würde.
Grund dafür: Das Gebäude soll weitgehend so erhalten bleiben, wie es ist. Es sind  äußerlich nur kleine Veränderungen nötig. Und die würde der Denkmalschutz akzeptieren. Aufgrund der weitgehend intakten Isolierung mit Torf  (von früher) würde sich das Gebäude weiterhin zur Kühlung der Produkte von FridaFrisch anbieten.Zudem wäre die Anforderung einer "gewerblichen Nutzung" erfüllt, die dem Denkmalschutz immer wichtig war.

Für den Gemeinderat wäre das eine glückliche Lösung: der Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes durch eine adäquate Nutzung inmitten des Ortsbereiches von Weildorf scheint dadurch sicher gestellt. Die Kaufinteressenten haben eine persönliche Beziehung zum Ort und zu den Vereinen, was hoffen läßt, dass sich dies positiv im Zusammenspiel mit der Kegelbahn und dem Dorfplatz auswirkt. Denn der Erhalt für die Dorfgemeinschaft steht natürlich im Vordergrund der Gemeinderatsinteressen.

Einziger Problempunkt, der aber für eine seriöse Finanzierung der Kaufinteressenten gelöst werden musste: Die Zufahrt zum Gebäude beruhte bisher auf Absprachen und war nicht gesichert für die gewerbliche Nutzung durch FridaFrisch. Gestern nun stellte der Gemeinderat einstimmig klar, dass er auf jeden Fall gewillt ist, diese Zufahrt zur Verfügung zu stellen. Sei es vorübergehend über die kleine Stichstraße neben der Kegelbahn oder später, im Zusammenhang mit einer möglichen neuen Bebauung, über das Gelände von Süden her. 

Die Verwaltung erhielt in diesem Rahmen 2 Arbeitsaufträge vom Gemeinderat:

1. dem Gemeinderat relativ schnell eine Ausarbeitung vorzulegen, wie diese Zufahrtsoption für FridaFrisch verbindlich und auf Dauer gelöst werden könnte. Nicht alle Gemeinderäte waren davon überzeugt, dass eine Veränderungssperre der zielführendste Ansatz dafür wäre. Falls sich eine bessere Option ergibt, könnte man jedoch gut darauf verzichten.

2. Vorarbeiten  zur Aufstellung eines Bebauungsplanes einzuleiten.
Das Gebiet ist für den Gemeinderat sehr schwierig zu bewerten. Einerseits sind große Flächen als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen und daher möglicherweise tabu für eine Bebauung. Andererseits gibt es aber doch steigendes Interesse an einer Verdichtung des Gebietes mitten im Ortszentrum. Der Gemeinderat möchte sich hier frühzeitig Klarheit über die Möglichkeiten verschaffen, bevor er sich mit konkreten Bauabsichten beschäftigt.

 

 

Antrag der Freien Wähler

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Härle!

 In der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause hatten Sie uns darüber informiert, dass es in Weildorf am Eiskeller Veränderungen geben könnte und Sie haben uns über die Absichten von „Frida Frisch“, sich an diesem Standort anzusiedeln, informiert.

Ihr Auftrag an die Fraktionen war, sich während der Sommerpause Gedanken dazu zu machen.

Wir als Fraktion der Freien Wähler haben am 29.08. einen Ortstermin in Weildorf wahrgenommen. Wir haben uns von den Herren Wachter und Dierberger, sowie vonden Betreibern von Frida Frisch die Örtlichkeiten und Nutzungskonzepte vor Ort vorstellen lassen.

Es hat uns beeindruckt, wie groß das Areal eigentlich ist, das es hier zu berücksichtigen gilt. Im rückwärtigen Bereich des Eiskellers grenzen große, ehemals landwirtschaftlich genutzte Grundstücke sowie ein aktiv betriebener Obsthof an das Eiskeller- Areal. Uns erscheint eine Erschließung des Eiskeller-Grundstückes von dieser Seite aus als schlüssig und als eine hervorragende Lösung, das Areal der gewünschten Nutzung zuzuführen.

Wir könnten uns vorstellen, eine befristete Erschließung über das gemeindeeigene Grundstück zuzulassen- befristet, bis die Lösung zwischen den Arealen Klotz und Dreher greifen kann. Diese befristete Lösung konnten sich vor Ort auch die Vertreter der Dorfgemeinschaft Weildorf vorstellen.

Wir schlagen vor, die umliegenden Areale plus das Eiskeller-Grundstück mit einem Bebauungsplan zu versehen. Dies zur Sicherung der Zufahrt, zur Abklärung und Herstellung von Planungssicherheit für die umliegenden Grundstückseigentümer, und zur Abklärung der Bebaubarkeit der Grundstücke im Rahmen / auf Grundlage der Hochwassergefahrenkarte.

Ein weiteres Ziel dieses Bebauungsplanverfahrens sollte eine Entwicklung an dieser Stelle sein, die dem historischen Wert und dem unverwechselbaren Dorfcharakter an dieser Stelle mit den früheren Lehnhöfen vom Kloster Salem entspricht.

Wir beantragen, zur Erreichung dieser Ziele eine Veränderungssperre auszusprechen und ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten.

Außerdem weisen wir darauf hin, dass wir verwundert waren über die Aktennotiz von vergangener Woche, das Areal betreffend. Diese ist nicht vollständig. Wir hätten erwartet, dass die Verwaltung uns über die wohl laufenden Veränderungen und Anträge, dieses Areal betreffend, informiert.

 

Salem, 16.09.2021

Für die Fraktion der Freien Wähler

Henriette Fiedler