Posts mit dem Label Volkstrauertag werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Volkstrauertag werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 5. November 2023

Rede zum Volkstrauertag 2023

Ich habe diese Rede am 29.10.23 in Weildorf und Beuren gehalten. Und dann heute am 5.11.23 zum 3. Mal in Stefansfeld.

 

Liebe Kirchengemeinde,

Wir sind heute zur gemeinsamen Gedenkfeier auf diesem Friedhof zusammen gekommen,
um den  Volkstrauertag gemeinsam zu  begehen.
 

Wir wollen uns in dieser, seit 100 Jahren gelebten Tradition,
an die 17 Millionen Menschen erinnern, die im 1. Weltkrieg ums Leben gekommen sind.
Und ebenso an die  65 Millionen Menschen die im 2. Weltkrieg getötet wurden.

Diese beiden furchtbaren Kriege sind der Grund,
weshalb wir jedes Jahr auf`s neue zusammenkommen
Dennoch  waren sie schon fast im Grau der Vergangenheit verschwunden.
Es ist doch schon so lange her   -
und die Zeitzeugen von damals, die uns davon berichten konnten,
die sind inzwischen weitgehend aus unserem Leben verschwunden.

Heute ist klar, dass Kriege immer noch zu unserem Leben gehören.
Wir können sie nicht mehr wegschieben, sie dominieren unser Zeitgeschehen,
sei es nun  in der Ukraine oder im nahen Osten,
wo derzeit viel zu viele Menschen ihr Leben lassen müssen.

Wir alle haben schon erfahren wie es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren.
Wir haben schon Mühe, diese Lücke zu schließen, die das täglichen Leben bei uns hinterlässt.
Wie muss es sich da erst anfühlen, wenn ein geliebter Mensch
ein Opfer des Hasses wurde, ein Opfer des Krieges?
Wenn sein Tod beabsichtigt war, nur weil er  "anders" war?
 weil er im Konflikt auf der anderen Seite stand?

Was macht so ein gewaltsamer Tod mit den liebenden Überlebenden,
wie kann man nach dieser Erfahrung weiter leben?
jemals wieder in die Menschheit vertrauen?
Kriege sind die extremste Form von zwischenmenschlicher Bedrohung
Sie stehen am Ende des eskalierenden Konflikts zwischen unterschiedlichen Sichtweisen
Und doch ist es eine Milchmädchenrechnung:
Es gibt immer nur viele Verlierer auf beiden Seiten und ein paar wenige Geschäftemacher.

Auch bei uns  brodelt es ziemlich heftig,  mitten in unserer Gesellschaft.
Und das macht uns  Angst, es erscheint wie ein frühes Warnzeichen.
Und doch können wir Hoffnung fassen:

Soziologen haben die vermeintliche  "Spaltung der Gesellschaft"
genauer ins Auge genommen und sie haben - man kann nur staunen-  
eine Gesellschaft gefunden,  die sich weitgehend einig ist.

Eine deutliche Mehrheit räumt ein,
dass etwas gegen die zu großen Vermögensunterschiede im Land getan werden müsse
und dass Zuwanderung grundsätzlich zu steuern,
die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aber ethisch geboten sei.

Nur eine verschwindende Minderheit
stellt die rechtliche Gleichstellung queerer Menschen infrage
 oder zweifelt daran, dass der Klimawandel die größte Bedrohung der Gegenwart ist.
Können wir also aufatmen und Hoffnung schöpfen für unser Land und unser Miteinander?
Die großen Stellschrauben scheinen zu funktionieren.

Problematisch wird es genau dann,
wenn  Menschen Dinge als unfair erleben,
Verhaltensweisen als unmoralisch empfinden,
Kontrollverlust befürchten  oder
zu Verhaltensänderungen gezwungen werden.

Mit den "Verhaltensänderungen" wird es richtig  schwierig für uns ,
denn die Welt um uns wandelt sich
und das Ausmaß und die Schnelligkeit des Wandels überfordert uns .
Unsere  Probleme  heute sind komplexer und globaler als jemals zuvor,
Wir leben in Zeiten der Vielfach-Krisen.

Der ehemalige Bundespräsident Gauck hat die Bezeichnung "Krise"  in seinem Buch definiert:
"Krise beschreibt eine gänzlich unbekannte Situation , in der viele Werte, Normen und Regeln ihre Gültigkeit verlieren und das Neue ist noch nicht geboren , an dem man wieder Halt und Orientierung findet. Ob sich ein guter neuer Zustand ergeben wird, hängt aber maßgeblich von unserem eigenen Verhalten ab."

ES hängt also maßgeblich von unserem eigenen Verhalten ab -
Es ist unsere Entscheidung, ob wir das unbekannte Neue bekämpfen oder mitgestalten wollen -  
ob wir uns unter Inkaufnahme eigener Nachteile -  
für die Chance auf eine lebenswerte Zukunft für uns, unsere Kinder und Enkel entscheiden

Wieso sollte Veränderung nur schlecht sein?
In unserem Veränderungs-willen sollte Hoffnung liegen,
neue Chancen sollten uns beflügeln -
 und die Freude am Abenteuer - wir alle können  zu Helden werden
Und wann haben Helden jemals nur an sich selbst gedacht?

Wir können über uns selbst hinaus wachsen um gemeinsam als Gesellschaft
diese lähmenden Krisen zu neuen Chancen werden zu lassen.
Selbstverständlich im Rahmen unserer gelebten Demokratie, die uns unsere Freiheit garantiert.

Lasst uns an diesem Volkstrauertag  an das Wohl der kommenden Generationen denken -
so wie es unsere Vorfahren auch für uns getan haben.

Lasst uns gemeinsam unsere Herzen öffnen, um uns als Gesellschaft zu begreifen,
die nur miteinander gewinnen kann.
Die nur miteinander stark genug ist, unsere vielfältigen Krisen zu bewältigen.

Jeder von uns kann zum Helden werden, indem er Anteil hat
am Erhalt von Demokratie, Nachhaltigkeit und Frieden in unserer Gesellschaft.
Der zur  Versöhnung und Verständigung beiträgt.

Nur dann hat die Gedenkfeier des Volkstrauertages  ihr Ziel erreicht,
und wird nicht zum leeres Ritual verblassen.
ES geht in erster Linie  um uns und um unseren gemeinsamen Weg als Gesellschaft, 
en wir bereit sind  miteinander zu gehen .

Mittwoch, 2. November 2022

Meine Rede zum Volkstrauertag 2022

 „Liebe Kirchengemeinde, 

 

Wie jedes Jahr - seit inzwischen über hundert Jahren - versammelt sich die Kirchen Gemeinde am Volkstrauertag  um die Tradition  einer Gedenkfeier  zu pflegen.

Diese Tradition wurde ins Leben gerufen,  um mahnend an die 17 Millionen Menschen zu erinnern,
die im 1. Weltkrieg starben.

 

Danach hat es nicht lange gedauert , bis Europa in einem noch viel größeren Krieg versank,

bei dem dann über 65 Millionen Menschen getötet wurden.

Auch daran wollen wir uns heute erinnern.


Das waren nicht nur Soldaten, die getötet wurden, sondern auch Frauen und Kinder, alte und bedürftige Menschen.  
Es war so, wie das in jedem Krieg der Fall ist:
die Zivilbevölkerung leidet enorm, bis weit über den Krieg hinaus.
Besondere Opfer dieser furchtbaren Zeit waren ganze Bevölkerungsgruppen:

Juden, Sinti und Roma sowie die zahlreichen  Widerstandskämpfer, die nicht an der Front, 
sondern im Land
ihr Leben verloren. Auch an diese Opfer müssen wir uns heute  erinnern.

 

Wir alle haben uns immer wieder gefragt: "wie konnte das nur geschehen?"

Man suchte nach Wegen um solche Katastrophen in Zukunft zu vermeiden,

Die Gründung der Vereinten Nationen und ein vereintes Europa gehörten dazu.

Man nahm an, dass ein gemeinsamer Handel so tief verbinden würde, dass ein neuer Krieg unmöglich sein würde.

 

Gerhard Baum, ein 90 Jahre alte FDP-Politiker sagte kürzlich: 
"Wir haben es uns in einer brüchigen Normalität bequem gemacht"

Wir sind in einem kurzen halben Jahr aus  unserer sicheren Geruhsamkeit heraus gefallen,

aus der Gewissheit einer Welt, in der man sich -bis vor Kurzem-  wirklich gegen alles versichern konnte.

 

Aus heutiger Sicht könnte die letzte Gedenkfeier 10 Jahre oder mehr zurück liegen

Die Ereignisse überstürzen sich,

die  Pandemie will einfach nicht verschwinden

Eine neue Flüchtlingswelle überrollt das Land.

und wir sind -irgendwie- auch an diesem neuen Krieg beteiligt.

 

Wir lernen gerade: heutige Kriege werden nicht nur an der Front ausgetragen sondern ebenso im Internet .

Man kann statt der Bomben auch auf den Hunger der Welt setzen,  und auf die Kälte im Winter,  oder auf die Angst vor einem umkämpften Atomreaktor.
Alles davon hat sich  als sehr effektive Waffe entpuppt.

Wenn es heute  in den Köpfen der Mächtigen nur noch um Macht geht, dann müssen Milliarden Menschen leiden.

 

Und damit nicht genug:

unsere Gesellschaft fängt gerade erst an zu realisiere, dass es für die Menschheit noch viel bedrohlichere Krisen gibt.

 

Der bekannte Journalist Ranga Yogeshwar sagt in einem Interview:

"Wir reden viel über andere Themen, die natürlich auch wichtig sind, der Ukraine-Krieg ist da ein Beispiel.
Aber: Wenn die ganze Welt – metaphorisch gesprochen –, in einem Haus leben würde, dann gäbe es dort zwei, die sich um ein Zimmer streiten, das ist der Krieg in der Ukraine.
Und währenddessen brennt der Dachstuhl – das ist der Klimawandel.
Dessen Dimension unterschätzen viele Leute immer noch."

 

Dabei ist es doch längst ersichtlich durch das Ausmaß der ausgetrockneten Flüsse,

Überschwemmungen und Dürren und Waldbrände weltweit.

In Deutschland sterben inzwischen mehr Menschen an der Hitze als an Verkehrsunfällen.

Wir befinden uns mitten im Zeitalter des größten Artensterbens

Und der Kampf um das Wasser hat bereits begonnen, der zu weiteren Kriegen führen wird

 

Wir erleben momentan einen ungeheuren Transformations-Prozess aufgrund unserer zahlreichen Krisen,

so wie auch die vergangenen  Kriege immer Transformation erzwungen haben

Unversehens rücken wir gefühlsmäßig den Kriegsgenerationen wieder näher:

Es gibt immer mehr Menschen, die unter Depressionen und Mutlosigkeit leiden 
und dem Gefühl machtlos ausgeliefert zu sein.

Genau so wird es den Menschen im Krieg auch ergangen sein.


Es liegt heute in unserer Verantwortung für unsere Kinder und Enkel, für zukünftige Generationen,
 entschlossen vorwärts zu gehen, um mitzuarbeiten an der laufenden Transformation

Wir müssen die Grundsteine heute setzen, um künftige Kriege zu verhindern.

 

Meine Mutter hat früher immer  gesagt :  "Ich hab keine Zeit um krank zu werden!"

Und so geht es uns heute auch:- leider möchte ich sagen-  dürfen wir uns nicht ins Bett legen und schlafen, in der Hoffnung dass es morgen besser sein wird.

Es wird wenig helfen, dass wir jetzt die Luft anhalten, um dann wieder so weiterzumachen wie früher.

 

Das Gute ist: Ein weltweiter Veränderungsprozess hat bereits in den Köpfen vieler Menschen  eingesetzt .

Erneuerbare Energien rücken in den Vordergrund, wir wollen den Plastikmüll reduzieren.  Nachhaltigkeit, Verkehrswende und Ressourcenschonung stehen im Focus.

Das kann uns den Weg weisen für ein besseres Miteinander, wenn wir schnell genug handeln.

Wie muss unser Leben in Zukunft gestaltet werden, um Kriege um Wasser und Ressourcen  zu vermeiden?

 

Am Ende muss nicht der Verlust stehen , sondern der Gewinn an Lebensqualität und Glück.

Der Erfolg besteht aus vielen kleinen Schritten von vielen Menschen gemeinsam.

Und deshalb  haben wir keine Zeit um Angst zu haben:

Wir haben viel zu tun in den nächsten Jahren

Montag, 1. November 2021

Volkstrauertag 2021

Als Bürgermeister-Stellvertreterin habe ich auch eine edle Tradition übernommen:
4 Reden auf unseren Friedhöfen zum Volkstrauertag.Natürlich war es immer dieselbe Rede - die Inhalte gelten ja für alle Teilorte gleich. Hier sind meine ganz persönlichen Gedanken dazu:

 

„Liebe Kirchengemeinde,

 

Wir sind heute zur gemeinsamen Gedenkfeier auf diesem Friedhof zusammen gekommen, um den  Volkstrauertag gemeinsam zu  begehen.

 

Diese Tradition  soll seit 100 Jahren  an die 17 Millionen Menschen erinnern, die im 1. Weltkrieg ums Leben gekommen sind.

Der Gedanke von Versöhnung und Verständigung sollte nach diesem schrecklichen Weltkrieg im Mittelpunkt stehen. 
Ein schöner Gedanke - doch das konnte nicht verhindern, dass bald darauf ein neuer, noch viel größerer Weltkrieg folgte , bei dem dann über 65 Millionen Menschen getötet wurden.

Sonntag, 3. November 2019

Volkstrauertag 2019

 „Meine sehr geehrten Damen und Herren,

 

Seit genau 100 Jahren - nämlich seit dem Jahre 1919 - begehen wir in Deutschland den Volkstrauertag. 

Er sollte ursprünglich  an die 17 Millionen Menschen erinnern, die in den  4 Jahren  des 1. Weltkrieges ums Leben gekommen waren.

 

Der Volkstrauertag war als Zeichen der Solidarität gedacht.

Solidarität derer, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit denen , die um ihre Angehörigen trauerten.

Der Gedanke von Versöhnung und Verständigung sollte  fortan im Mittelpunkt stehen - welch ein schöner Gedanke!

 

Unter den Nationalsozialisten wurde der Volkstrauertag plötzlich zum „Heldengedenktag“  ausgerufen. 

Schon dieser Ausdruck alleine muss nachdenklich machen -  wer sehnt sich in  Friedenszeiten nach Heldentum auf dem Schlachtfeld?

 

Vor genau  80 Jahren wiederum begann dann der Zweite Weltkrieg und damit  ein historisch beispielloser Angriff auf die Menschlichkeit, eine Zerstörung aller kulturellen Ideale,  ein Absturz, wie es ihn bis dahin nicht gegeben hatte

Über 65 Millionen Menschen wurden getötet. Es kamen mehr Zivilisten um , als Soldaten bei Kampfhandlungen.

 

Beide Kriege haben unermessliches Leid über die Menschen gebracht.
Wenn wir uns heute daran erinnern, dann auch deshalb , weil wir aus unserer Vergangenheit lernen wollen. Geschichte alleine  liefert uns keine Anleitung, wie wir es besser machen können. Aber sie kann uns helfen  zu verstehen, warum es zu all dem Leid kam.
Nur wer sich erinnert, kann aus der Vergangenheit lernen, um eine besseren Zukunft zu gestalten. Deshalb verdient es jede Geschichte, erzählt zu werden, und jedes Opfer verdient es, dass man sich seiner erinnert.

Die Weltkriege liegen inzwischen viele  Jahrzehnte zurück. Aber ihre Schatten sind lang. Die Spuren, die sie hinterlassen haben, prägen noch heute Familien.

Wir Älteren kennen noch alle die Erzählungen von Verlust und Todesgefahr, von Flucht und Vertreibung und Hunger.

Auch in uns - in den Menschen der nächsten Generationen  wirkt das Erlebte unser Eltern und Großeltern nach. Die seelischen Narben dieser Erfahrungen  sind immer noch zu spüren, denn das verlorene Vertrauen in die Menschheit und deren Menschlichkeit liegt viel zu tief .

 

Umso wichtiger ist es, diese Starre zu lösen, miteinander darüber zu reden, was Kriege und Unmenschlichkeit  – nicht nur äußerlich sichtbar – mit den Menschen anrichten können.

Noch gibt es sie, die Zeitzeugen im Familien- und Freundeskreis, die aus erster Hand von diesem  Leid erzählen können. Der heutige Volkstrauertag ist ein guter Anlass, um diesen Faden aufzunehmen.

Um  zu fragen: Wie war das damals? Was habt ihr empfunden? Was hat euch Angst gemacht? .

Nutzen wir also die Gelegenheit, sprechen wir miteinander über das, was war. Auch wenn es nicht leicht fällt.

 

Meine eigene Schwiegermutter hat mir das Geschenk gemacht, dass sie vor ihrem Tod angefangen hat zu erzählen. Es war nicht leicht zu ertragen für mich, es waren harte und grausame Erinnerungen dabei. Und doch empfinde ich es heute als Geschenk, dass sie es mir nach so vielen Jahren des Schweigens noch anvertrauen konnte.


Gottseidank liegen die Kriegserfahrungen unseres Landes mittlerweile 7 Jahrzehnte zurück.
Wir können hier in Deutschland  auf eine so lange Friedenszeit zurück blicken, wie noch keine andere Generation vor uns.
Und das in einer Welt, in der rings um uns herum bewaffnete Konflikte schwelen, die jedes Jahr unzähligen Menschen das Leben kosten und viele Menschen aus ihrer Heimat vertreiben. Auch manche  dieser Menschen leben heute unter uns und tragen grausame Erinnerungen an eine verlorene Menschlichkeit in ihrem Herzen.

Die Menschen nach dem Krieg  haben aus den Geschehnissen gelernt und Strukturen geschaffen, die weitere Kriege verhindern sollen: Die Gründung der Vereinten Nationen und ein vereintes Europa gehören dazu.

Streit wird heute anders gelöst -  Jean-Claude Juncker sagt über die EU: „Manchmal streiten wir. Aber wir streiten mit Worten. Und wir lösen unsere Konflikte am Verhandlungstisch, nicht in Schützengräben.“
Für die Verbreitung von Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte hat die EU 2012 den Friedensnobelpreis bekommen.

Doch heute müssen wir erkennen: es gibt Gegenbewegungen dazu. Der Ton wird schärfer.
Friede und Demokratie , die für uns immer ganz selbstverständlich waren, sind selbst bei uns nicht mehr unantastbar.
Wir müssen wachsam sein und  selbst dafür einstehen, jeder Einzelne von uns.


Toleranz und gegenseitige Achtung sind Werte, die nur durch eigenes Handeln am Leben gehalten werden.
Dialog ist nicht leicht, es bedeutet sein Herz zu öffnen und das Leben des Anderen einen Teil der eigenen Welt werden zu lassen. Nur so kann Gemeinschaft entstehen. Aber warum ist das so schwer? Weil es bedeutet, dass sich die eigene Welt verändert.
Es erscheint oft so viel leichter die Anderen aus der eigenen Welt herauszuhalten.

Aus den Erfahrungen der Vergangenheit schrieben die Väter des Grundgesetzes 1949 drei Sätze  ins Stammbuch der Deutschen:

  • Die Würde des Menschen ist unantastbar.
  • Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
  • Politisch Verfolgte genießen Asylrecht. 

 

Sie haben uns damals die Verpflichtung mit auf den Weg gegeben, aktiv für den Frieden zu kämpfen - aus der eigenen Erfahrung von Krieg und Leid heraus.

Wir sind nicht allmächtig, aber unsere Aufgabe ist es , uns hier in diesem Land spalterischem Populismus und Akten sinnloser Gewalt entgegen zu stellen,  um allen Menschen die gleiche Würde und Toleranz entgegen zu bringen, die wir auch für uns selbst einfordern.

 

Es erfordert manchmal großen Mut, unsere Menschlichkeit am Leben zu halten, auch wenn die äußeren Umstände schwieriger werden - doch wir alle stehen in der Verantwortung für den Erhalt des Friedens.