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Dienstag, 19. Dezember 2023

Klimawandel und Unwetter: Was Hausbesitzer und Bauherren beachten sollten

Die Hausbesitzer gehen mehr ins Risiko durch fehlende Klimaanpassung, denn jeder ist selbst verantwortlich. Es ist daher durchaus angebracht, dass die Kommunen Risiken wie Starkregen usw. mehr im Auge behalten.
Salem hat am 4.12.23  die Erstellung eines kommunalen Starkregenrisikomanagements in Auftrag gegeben, für 177.000,-€.
Ich meine das ist viel Geld und trotzdem für unsere Bürger ein Schritt in die richtige Richtung.
2 Gemeinderäte stimmten dagegen, da sie keine Notwendigkeit erkennen konnten
1 Gemeinderat enthielt sich, leider ohne Begründung.


hier in RND 16.12.2023

Größtes Problem ist das Wasser

Riesige Hagelkörner zermalmen Fenster. Starkregen hinterlässt keine Pfützen, sondern Seen, die sich ihren Weg in das Haus bahnen. Mit dem Klimawandel steigt die Gefahr für Extremwetter. Tipps, wie man den passenden Standort fürs neue Haus findet oder ein altes an die neuen Bedingungen anpasst.

Spätestens die Flutkatastrophe vom Sommer 2021 mit mindestens 188 Todesopfern in Deutschland und einem Sachschaden von 33 Milliarden Euro hat gezeigt, wie gravierend sich extreme Wetterereignisse auf bewohnte Gebiete auswirken können.

„Verschiedene aktuelle Studien gehen davon aus, dass sich diese Schäden infolge des Klimawandels bis 2050 mindestens verdoppeln werden“, sagt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): „Es hat immer einen Wechsel von schadenarmen und schadenreichen Jahren gegeben. Wir stellen jedoch fest, dass die Abstände dazwischen kürzer werden.“

Dienstag, 10. August 2021

Update: Klimafolgenanpassung in der Region

Update: Inzwischen wurde weiter konkretisiert:
Ziel des ersten Workshops ist es, die bisher erarbeiteten Analysen, Rahmenbedingungen und Betroffenheiten durch die Folgen des Klimawandels vorzustellen und anhand von innovativen Beispielen über die Entwicklung einer klimarobusten Zukunft für den Landkreis ins Gespräch zu kommen.
Die Vorstellung der Ausgangssituation baut auf der Erstellung einer Klimawirkungsanalyse für den Bodenseekreis und den Ergebnissen eines verwaltungsinternen Workshops Anfang des Jahres 2021 auf.
Der Prozess wird von einer Kerngruppe bestehend aus Mitarbeitern des Landratsamtes aus den Bereichen Wald- und Forstwirtschaft, der Landwirtschaft, des Wasser- und Bodenschutzes, des Klimaschutzes und dem Ortsbauamt der Gemeinde Immenstaad begleitet und mitvorbereitet.
Die nächsten zwei Workshops sind für Ende 2021 und Frühjahr 2022 geplant. Die genauen Termine werden im Rahmen des ersten Workshops bekannt gegeben. 

 

Ich hatte am Freitag eine unerwartete Mail vom Landratsamt Bodenseekreis an meine ländle4future-Adresse bekommen, die mich einerseits erstaunt und andererseits sehr gefreut hat. Selbstverständlich möchte ich da teilnehmen!

Guten Tag Frau Karg,

Im September findet der 1. Akteursworkshop zur Klimawandelanpassung im Bodenseekreis statt. Der Workshop findet im Rahmen des Projekts LoKlim, in dem der Bodenseekreis einer der drei Pilotlandkreise des Landes Baden-Württemberg ist, statt.

LoKlim ist das Forschungsprojekt „Lokale Kompetenzentwicklung zur Klimawandelanpassung in kleinen und mittleren Kommunen und Landkreisen“ der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Dieses Forschungsprojekt wird im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel durchgeführt.  

Eine Einladung mit ausführlichem Programm zur Veranstaltung wird in Kürze folgen.

Wir – das Kernteam des Projekts – würden uns freuen, wenn Sie den Termin jetzt schon in Ihrer Planung berücksichtigen können und wünschen Ihnen einen schönen und erholsamen Sommer.   


Modellkommune im Forschungsprojekt LoKlim

Auch die Kommunen und Landkreise in Baden-Württemberg sind in zunehmendem Maße vom Klimawandel betroffen. Gerade kleinere Städte und Gemeinden verfügen zumeist nicht über die notwendigen Kapazitäten, um den Auswirkungen des Klimawandels mit Anpassungsprozessen zu begegnen. Ziel des Projekts LoKlim (Lokale Kompetenzentwicklung für Klimawandelanpassung in kleinen und mittleren Kommunen und Landkreisen) ist es, kommunale Institutionen und Akteure in der planerischen Umsetzung lokal-spezifischer Anpassungsprozesse zu begleiten. 


Dazu sollen anwendungsorientierte Instrumente zum konkreten Auf- und Ausbau von Kompetenzen und Kapazitäten zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt und vermittelt werden. Der Bodenseekreis ist ein Pilotlandkreis in dem von dem Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg betreuten Projekt.


aus der Homepage des Bodenseekreises  hier

Samstag, 17. Juli 2021

"Ein halber Meter Hecke pro Person"

Süddeutsche Zeitung hier von Alex Rühle

Sind Städte und Kommunen die neuen Hoffnungsträger im Klimaschutz?
Was man auf einer Europareise so erleben kann.

Zwei Personen - das macht im belgischen Klimapakt zwei neue Meter Radweg und ein Meter Hecke - hier allerdings bei Dorfen in Bayern

Mittlerweile gibt es verschiedenste globale Zusammenschlüsse von Städten mit dem Ziel, politische Belange nach vorne zu bringen: "Mayors for Peace", "Mayors for Universal Income", "Mayors for Climate Action". Die größte Vereinigung dürfte der "Global Covenant of Mayors" sein der "weltweite Vertrag der Bürgermeister", indem sich mehr als 9000 Bürgermeister zusammengeschlossen haben mit dem Ziel, mehr für das Klima zu tun.

... Eine der spannendsten Begegnungen auf dieser Rundreise war mein Treffen mit Bart Somers. Der wurde 2000 Bürgermeister der Stadt Mechelen, die damals als dreckigste Stadt Belgiens galt. 80 000 Einwohner aus 138 Nationen. Drogenkriminalität, bankrotte Geschäfte, die Mittelschicht floh aus der Stadt. 32 Prozent wählten den rechtsextremen Vlaams Belang.

16 Jahre später schaffte Mechelen es im Ranking "European Cities of the Future" unter die Top Ten der europäischen Kleinstädte. Der Vlaams Belang kam noch auf neun Prozent. Somers wurde im selben Jahr beim World Mayor Prize zum besten Bürgermeister der Welt gewählt. Er hat das mit einer Mischung aus Law and Order und sehr konsequenter Integrationspolitik geschafft.

All das soll hier gar nicht Thema sein. Es ist nur so, dass sie Somers daraufhin zum Innenminister von Flandern gemacht haben mit der Bitte, doch überall das Wunder von Mechelen zu wiederholen. Der Mann hat eine unbändige Energie und versucht nun an allen Ecken und Enden halb Belgien nach vorn zu bringen. Vor allem aber versucht er momentan, 300 flämische Städte zu einem Klimapakt zu überreden, der seinesgleichen sucht: Da der Klimavertrag von Paris 40 Prozent Emissionsminderung bis 2030 vorschreibt, die flämische Regierung aber schulterzuckend sagte, mehr als 32 Prozent seien nicht zu schaffen, trommelte Somers alle 300 Städte des flandrischen Landesteils von Belgien zusammen.

Jede Bürgermeisterin und jeder Bürgermeister, die nun seinen "Lokalen Energie- und Klimapakt" unterzeichnen, verpflichten sich für ihre jeweilige Kommune zu ganz konkreten Maßnahmen

  • etwa pro Einwohner ein Baum - macht, wenn alle dabei sind, 6,6 Millionen Bäume bis 2030.
  • Ein halber Meter Hecke oder Gartenbepflanzung, 
  • für alle 1000 Einwohner ein zusätzlicher grüner Ort von mindestens 10 Quadratmetern und
  • pro hundert Einwohner eine Ladestation für E-Autos. 
  • Pro Bewohner ein Quadratmeter Betonentsiegelung, ein Meter neuer Radweg und ein Kubikmeter Regenwasserauffangmenge.

Das Ganze wurde am 10. Juni in Gent gestartet, bis zur offiziellen Unterzeichnung im November im Europäischen Parlament will Somers alle 300 Gemeinden und Städte dazu zu bewegen, mitzumachen. Und ich habe mich gefragt, warum es nicht längst in Deutschland eine ähnliche Initiative gibt, ausgehend von den Städten, die zeigen, dass es geht mit der Wende.