Mittwoch, 1. September 2021

Gestern ist eine Gruppe junger Klimaaktivist*innen in den unbefristeten Hungerstreik getreten

 

 

Muss es wirklich so weit kommen, damit unsere Jugend (vielleicht) gehört wird?

Die Erklärung zum Hungerstreik der "letzten Generation"
vom 30.08.2021


An diesem Tage, dem 30. August 2021, beginnen wir einen unbefristeten Hungerstreik. Wir sind jung, aber wir sind bereit, unser Leben zu riskieren. Wir schätzen das Leben und wir wollen nicht sterben. Aber unser Planet befindet sich in einer kritischen Lage. Unser Klima erhitzt sich und unsere Ökosysteme zerbrechen. Korruption und Machtkonzentration in den Händen weniger rauben uns jede Hoffnung auf Wandel. Mit dem Ausverkauf unserer Zukunft wird jede Minute Profit gemacht.

In diesem Moment geht es um Leben und Tod für die junge Generation.

Liebe Mitmenschen, hört uns bitte an!

Wir sind die letzte Generation, die noch handlungsfähig ist. Es gibt nur diesen einen Planeten zum Überleben.

Wir sind die Kinder dieser Gesellschaft.

Die Regierung sollte sich an die Verfassung halten und unser Recht auf Leben schützen.

Aber seit Jahrzehnten blicken wir weiter steigenden Emissionen ins Auge. Dieses System beraubt uns einer Zukunft und so vielen anderen einer Gegenwart. Es muss sich etwas ändern.

Obwohl wir zu jung sind, um ans Sterben zu denken, sind wir bereit, unser Leben zu riskieren und keine Nahrung mehr aufzunehmen. Wir müssen das tun. Die Geschichte schaut uns in diesem Moment über die Schulter. Wir antworten darauf, es ist unsere moralische Pflicht in diesen Zeiten.  

Denn die Größte aller Pflichten - das Leben zu schützen - wird von so vielen mit Füßen getreten. Dem stellen wir uns entgegen. Das Recht auf Leben sollte das grundlegendste Recht sein. Ein heiliges Menschenrecht, das mit der Geburt verliehen wird.

Heute müssen wir es mit unserer Gesundheit erstreiten.

Wir fordern von allen Menschen in Deutschland - allen Eltern, allen Großeltern, jedem Prominenten, allen Studierenden, allen Lehrer*innen und allen Angestellten, allen Professor*innen, allen Banker*innen, allen Ingenieur*innen, allen Regierungsbeamt*innen, allen Polizist*innen und allen Richter*innen und allen anderen- dass Sie Ihre Hand auf Ihr Herz legen und sich fragen:

Wollen wir wirklich so weitermachen? Das unermessliche Leid des Klimazusammenbruchs weiter verstärken und unsere Kinder in Kriege und Hungersnöte schicken? 

Wir werden seit Jahren nicht gehört.

Wir wurden auf dem Papier, mit Petitionen und Briefen, nicht gehört.

Wir wurden nicht gehört, als wir zu Zehntausenden die Klassenzimmer verließen und auf die Straße gingen.

Wir wurden nicht gehört, als wir friedlichen Ungehorsam leisteten und uns dem Ablauf des Wahnsinns entgegenstellten.

Wann werden wir gehört?

Was sollen wir tun?

Wir wenden uns auch an diejenigen, die sich um uns Sorgen machen, an unsere Eltern, Großeltern und Geschwister: 

Richtet eure Wut und euer Mitleid nicht auf uns, sondern auf die Verantwortlichen und das kaputte System, welches uns in diese Lage gebracht haben. Das Leben eurer Kinder ist nicht durch diesen Hungerstreik gefährdet, sondern durch den Status quo.

Wenn ihr uns in Sicherheit sehen wollt, schließt euch unserem Anliegen an. Wir haben nur den einen Wunsch, dass das Leben in Zukunft weitergeht. Richten wir unsere Energie auf die Veränderung.

Der Kampf gegen das Klimaverbrechen ist keine Aufgabe für einige wenige, sie braucht alle. Alle Länder, alle Menschen die gerade handlungsfähig sind.

Es ist die wohl schwierigste und die entscheidende Aufgabe der Menschheitsgeschichte. 

Wir können in zwei Richtungen weitergehen. Gehen wir den Weg des Massenaussterbens oder ergreifen wir die Chance für einen gerechten Systemwandel? Noch haben wir die Wahl. 


Wir treten in den Hungerstreik:

1. weil wir uns in einem lebensbedrohlichen Klimanotfall befinden, der täglich befeuert wird;

2. weil alle großen Parteien darin versagen, uns zu beschützen. Ihre Pläne zu Reformen sind realitätsfremd und verfassungswidrig;

3. weil eigentlich alle Lösungen auf dem Tisch liegen, aber milliardenstarke Wirtschaftsinteressen den Wandel blockieren.

Wir adressieren diesen Hungerstreik an die Kanzlerkandidat*innen:

Mehr Infos: t.me/hungerstreik


Online-Meeting am Donnerstag, 18 Uhr.

http://hungerstreik2021.de/event/offenes-treffen-sprich-mit-den-hungernden/

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